headlines mm siebenmuehlentDas Siebenmühlental

Zwischen Musberg und Waldenbuch erstreckt es sich, das idyllische, immer noch beschauliche Siebenmühlental, durch das sich der Reichenbach schlängelt. Er hat seinen Ursprung nordwestlich von Musberg, wo Schmellbach und Mahdenbach zusammenfließen. Bei der Burkhardtsmühle fließt der Reichenbach in die Aich.


 

 

Markungszugehörigkeit

Die elf Mühlen im Reichenbachtal liegen auf drei verschiedenen Markungen: zum größten Teil auf Leinfelden-Echterdinger, aber auch auf Filderstädter und Waldenbucher Markung. Beginnen wir mit unserer Aufzählung oben im Tal bei Musberg: Obere Mühle, Eselsmühle, Mäulesmühle, Seebruckenmühle, Schlechtenmühle, Schlösslesmühle, Walzenmühle, Kochenmühle, Obere Kleinmichelesmühle, Untere Kleinmichelesmühle und Burkhardtsmühle.

Die Namen der Mühlen

Die Namen der Mühlen rühren meist von den Zunamen ihrer Besitzer her: die Mäulesmühle hat ihren Namen von der Familie Mayle (aus der Maylensmühle wurde Mäulesmühle), die Schlechtenmühle von der Familie Schlecht. Die Lage hingegen war für die Benennung ausschlaggebend bei der Oberen Mühle und der Seebruckenmühle: die Obere Mühle ist die Mühle ganz oben im Tal; bei der Seebruckenmühle befanden sich früher zwei Seen, über die die alte Schweizer Straße führte. Der Name der Schlösslesmühle ist auf das Gebäude selbst zurückzuführen: der schöne Staffelgiebel verleiht ihr ein schlossartiges Aussehen. Die Namen der Mühlen haben im Lauf der Jahrhunderte häufig geändert, weil die Besitzerfamilien wechselten: so hieß zum Beispiel die Mäulesmühle auch Metzgersmühle oder die Schlechtenmühle Herbotsmühle.

Siebenmühlental oder Reichenbachtal

Der Begriff „Siebenmühlental“ entspricht auch nicht der heutigen Wirklichkeit, denn tatsächlich stehen seit dem 19. Jahrhundert elf Mühlen im Tal. Er kam erst Ende der 20er Jahre des 20 Jahrhunderts in verstärktem Maße auf, als man begann das Reichenbachtal touristisch zu vermarkten. Als das Siebenmühlental 1928 durch die Einweihung der sogenannten „Tälesbahn“, einer Schmalspurbahn, die von Leinfelden über Musberg nach Waldenbuch führte, verkehrsmäßig erschlossen wurde, entwickelte sich das Tal immer mehr zum Ausflugsziel und Naherholungsgebiet, konnte man es doch nun auch von Stuttgart bequem erreichen.

Die Natur

Das Reichenbachtal zählt zum Naturraum Schönbuch und Glemswald und gehört geologisch zum Keuperbergland-bunte Mergel, Knollenmergel und Stubensandstein sind die wichtigsten Schichten. Ökologisch gesehen ist das Tal, das seit 1960 unter Landschaftsschutz steht, gleichermaßen interessant wie wertvoll. Denn es verfügt über eine besonders hohe Vielfalt regional selten gewordener Lebensräume und einen hohen Anteil ökologisch besonders wertvoller Grenzlinienstrukturen. Es ist Lebensraum für seltene Fauna (zB. Bachneunauge, drei Fledermausarten) und Flora (zB. Orchideen, Trollblumen, Knabenkraut) Das Naturdenkmal Musberger Eichberg mit seinen Magerrasen und einer beachtenswerten Flora wurde 2007 zum Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Siebenmühlental erhält wertvolle Altholzbestände (Eichen und Buchen), in der Talaue des weitgehend unkorregierten Bachlaufs unterhalb der Schlösslesmühle sind Erlen-Eschen-Auwälder, Feuchtbiotope, Tümpel und Sümpfe zu finden. Durch die intakte Natur und Ursprünglichkeit zieht es seine Besucher immer wieder in seinen Bann.

Quelle

Herbststimmung im Tal